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STILLSCAPE ist eine gemeinnützige Stiftung, die dem Publikum in der Begegnung mit der Stille Kunst und andere Aktivitäten bietet.
Stille ist natürlich nie wirklich ganz still. Sie macht uns auf das aufmerksam, was ist. Die Stille ist ein Werkzeug das wir nutzen können, um eine bessere Verbindung mit unserem Inneren, unserer Umgebung und der Natur herzustellen. Unsere künstlerischen Darstellungen und übrigen Aktivitäten sind eine Einladung, deinen eigenen schöpferischen Eigenschaften näher zu kommen. STILLSCAPE ist eine Kombination der Worte stillness und landscape.
Landschaft kommt von Schaffen. Die Stille lädt dich ein am Schöpfungsprozess teilzunehmen.
Durch unser Kooperationsnetzwerk präsentieren wir Literatur, Musik, Bühnenkunst, Architektur und gestaltende Kunst auf permanenten oder temporären Bühnen.
2008 und 2009 fand das Festival in Esviken auf der Halbinsel Løkeneshalvøya in Asker, Norwegen statt. Hier wurden das Festival, die Vorführungen, die Galerie und das Café ersonnen und gegründet, siehe: www.esviken.no
Seit 2010 ist das Festival der Stille unsere Hauptaktivität.
FESTIVAL DER STILLE 2010
Termin: Freitag, 18. Juni bis Sonntag, 20. Juni 2010
WARUM NOCH EIN FESTIVAL?
Kultur und Gesellschaft
Die globale ökologische Krise die wir heute erleben – auch sozial und finanziell – kann im Zusammenhang mit einer kulturellen Krise gesehen werden. In vielerlei Hinsicht haben wir den Kontakt zu einem tieferen Verständnis von Kultur, einer grundlegenden Lebensbedingung in jeder Zivilisation, verloren. Eine Kultur die Raum hergibt für Körper, Seele und Geist als gleichgestellte Faktoren.
Eine gut funktionierende Gesellschaft nimmt die grundlegenden Bedürfnisse ihrer Mitglieder in einem verlässlichen und gegenseitigen Wechselspiel wahr – auch mit ihrer Umgebung und der Natur – mit dem Wissen um das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis in dem wir alle leben.
Seit das grundlegende kulturelle Verständnis von den regierenden Mächten geschwächt worden ist, scheint es das Ziel der Ökonomie zu sein sich selbst zu dienen – und nicht das, was sie für das Weiterleben der Zivilisation und der Erde leisten sollte.
Die globale Krise in der wir uns befinden fordert das Mitwirken aller Weltbürger und Akteure in der Gesellschaft, damit die Kultur als unser Lebensfundament wiederhergestellt werden kann. Eine Kultur die auch Rücksicht auf die Natur nimmt, in der die Ökonomie der Kultur dient und nicht andersherum, ist nötig.
Ziel des Festivals ist es, das Verständnis für das Wechselspiel zwischen Natur, Kultur und menschlicher Zusammenarbeit – mit Freude – wiederherzustellen.
Die Funktion der Kunst
Mythen vermitteln oft allgemeingültige Wahrheiten. Sie repräsentieren eine Art von Einsicht, welche die Menschen zu aller Zeit gesucht haben um ihr Leben zu verstehen. In den mythischen Erzählungen kann der einzelne Mensch Antworten auf existenzielle Fragen finden und Trost suchen, wenn die Herausforderungen im Leben große Veränderungen fordern: Krisen, Geburt und Tot.
Das Wesen der Kunst hat wie die Mythen seinen Kern im Unsagbaren, Ungreifbaren und Unbegreiflichen; zutiefst existenzielle Fragen: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?
Große Kunst kann, wie auch die Mythologie, eine Einweihung sein, die uns durch schmerzvolle Übergangsriten im Leben hilft; von einem Sinneszustand in den anderen zu gelangen¬.
DIE BEGEGNUNG MIT DER KUNST
«Getrennt und zusammen sind die Wörter, die Bilder und die Töne allein mit jedem einzelnen von uns. Wir, wenn wir Wörter, Bilder und Töne, erschaffen, und wenn wir auf der anderen Seite stehen und sie entgegennehmen.»
KOMPONIST ARNE NORDHEIM
Bilder, Wörter, Töne und Bewegungen machen sich frei von dem Material aus dem sie entstanden sind und gehen auf die Seite des Empfängers über – wo der Künstler der erste Empfänger seines Werkes ist.
Man kann drei Gedanken an ein Kunstwerk knüpfen: dein Gedanke, mein Gedanke und die unaussprechliche überschreitende Denkweise des Werkes selbst – was weder meins noch deins ist: Es geschieht auch im Kunstwerk selbst ein Gedankenprozess, den weder du noch ich kontrollieren können.
Die Treue einer Vision ist ausschlaggebend für die vieldeutige Sprache des Werkes: Wenn ein Künstler sich selbst gegenüber treu bleibt, bleibt der Künstler auch gegenüber den Teilen des Werkes, die schon immer in uns wie Wartende innewohnten, treu. Der Künstler kann etwas ewiges Universelles von seiner inneren Landschaft herausholen und hochhalten. Kunst kann uns Stücke der zutiefst menschlichen Gemeinschaft geben, zusammen mit der Freiheit die Bilder für uns selbst zu interpretieren, in unserer Eigenart.
Zusammengefasst: Große Kunst kann, wie Mythologie, eine Einweihung sein, die uns durch schmerzvolle Übergangsriten im Leben, von einem Sinneszustand zu den anderen, hilft.
STILLE
Stille ist, wie bereits erwähnt, ein Werkzeug das wir nutzen können um eine bessere Verbindung mit unserem Inneren, unserer Umgebung und der Natur herzustellen. Stille handelt nicht unbedingt von Abwesenheit von Lärm oder Geräuschen, sondern auch von einer Präsenz (englisch presence) und Aufmerksamkeit (englisch awareness) im Moment. Die Stille kann uns darauf aufmerksam machen, dass wir ein lebendiger, sinnlicher, fühlender und denkender Körper in der Welt sind: wir existieren.
Mit anderen Worten: Einen Raum der Stille zu schaffen kann in diesem Zusammenhang dazu führen, dass der einzelne sich und seiner Existenz durch gemeinsame künstlerische Erlebnisse und Erfahrungen, nähert.
IDEE DES FESTIVALS
Das Festival der Stille strebt an ein Forum zu bieten, das Künstlern eine Gelegenheit bietet sich zu treffen, (neue) Ausdrücke auszuprobieren und sich gegenseitig zu inspirieren – sofort – zu kollektiver, kreativer Arbeit durch gemeinsame Improvisation, an der auch das Publikum teilnehmen kann:
Statt zu imponieren, werden die Künstler dazu eingeladen eine Gemeinschaft zu erschaffen, in der alle einander inspirieren, hochhalten und unterstützen in einer Ganzheit, die den Einsatz der einzelnen übersteigt.
Es wird durchgehend viel improvisiert – wichtiger als die eigene Darstellung ist das Mitmachen und Schaffen. Der ästhetische Ausdruck wird durch die Begegnung mit dem Ort und den Anwesenden, dem Publikum und den anderen Künstlern, die somit miteinbezogen werden, entstehen. Niemand dominiert die Vorstellung, alle werden Teil eines großen Projekts.
Durch das Festival wollen wir einen Treffpunkt für querkünstlerische Verbindungen und Ausdrücke schaffen, etwas, was unserer Meinung nach viel zu selten im norwegischen Kulturleben passiert.
FORM: KABARETT – Improvisation und künstlerische Prozesse
Bühnenmäßig nimmt das Festival als Ausgangsposition das Kabarett als Genre und Rahmenbedingung ein. Alle Künstler sind Teil eines größeren Ganzen. Niemand spielt ein ganzes Konzert oder eine ganze Vorstellung, alle tragen mit kürzeren Auftritten von maximal 20-25 Minuten bei. Somit beeinflussen die unterschiedlichen Kunstausdrücke einander und kreative Begegnungen können entstehen.
Jede ganze Stunde (45 Minuten + 15 Pause) soll ein Thema und eine Überschrift haben, die verschiedene Kunstkategorien und Publikumsgruppen miteinander verbinden. Die Künstler sind vor Ort und greifen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein.
Ein Kabarett ist ein kleines, intimes Theaterlokal oder Café, in dem es Bedienung gibt, häufig an kleinen Tischen, und gleichzeitig findet ein Revueprogramm statt. Die Bezeichnung Kabarett wird auch für das Programm an sich und generell für diese Form der Unterhaltung genutzt. Ein Kabarett wird vorgeführt von unterschiedlichen Künstlern und besteht aus mehreren Einzelstücken wie Liedern, Gedichten, kleine Sketchen, Tanz und Musik (Quelle: http://no.wikipedia.org/wiki/Kabaret)
KÜNSTLERRHONORAR, PUBLIKUMSPREISE UND FREIWILLIGKEIT
Künstlerische Augenblicke: Bisher besteht das Festival aus künstlerischen Augenblicken, ausgerichtet wie kurze Konzerte oder Vorstellungen. Aber der Name birgt die Ambition, daraus ein jährliches Festival zu machen. Zur Zeit befinden wir uns noch im Versuchsstadium: Von 2009 bis 2011 soll eine dreijährige Testphase laufen, in der Programmprofil, Netzwerk, Struktur und Organisation sich entwickeln und festigen werden.
Das größte Kapital sind die Menschen und die Begegnungen, die das Erlebnis Kunst ausüben. Zu hören, zu sehen, wahrzunehmen und zu empfinden ist das Wichtigste.
Asker, Februar 2010
Übersetzer: Ida Svingen Mo